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Oral History

Der Verein S‑MAK arbeitet an einer Neupräsentation der Geschichte der Vorarlberger Stickerei und ist darum bemüht, auch das vorherrschende Wissen, Geschichten und Erfahrungen aufzunehmen und zu bewahren.

In einem derzeit laufenden, längerfristig angelegten Oral-History-Projekt sprechen wir darum mit Zeitzeugen aus Lustenau, die in unterschiedlichste Bereiche der Stickerei involviert waren bzw. sind. 

Ein besonderes Merkmal der Oral-History-Methode ist es, dass die befragten Personen möglichst wenig vom Interviewer beeinflusst werden. Das Ziel der Befragung ist eine sehr authentische Darstellung der Lebenswelt und Sichtweise der befragten Personen.

Zeitzeugen zur Stickereigeschichte

Die hier auf unsere Website gestellten Ausschnitte aus bestehenden Zeitzeugeninterviews aus dem Historischen Archiv Lustenau werfen einige kurze Spotlights auf spannende Themen, die sich neben vielen weiteren Geschichten hinter dem etwas sperrigen Begriff Stickereigeschichte verbergen. 

So thematisieren die Clips etwa die Selbstausbeutung der Sticker, den Handel mit Nigeria und die dabei getätigten illegalen Geschäfte, die Gastarbeitermigration sowie Teilaspekte der Globalisierung. 

Diese Präsentation erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Historischen Archiv der Marktgemeinde Lustenau, welches die Aufnahmen aus seinem Zeitzeugenarchiv zur Verfügung stellt.

Heino Hämmerle, langjähriger Leiter des Verwaltungsorgans der Vorarlberger Stickereiwirtschaft, berichtet über den weltweiten Versand der hier erzeugten Stickereien, den „Entdecker“ des afrikanischen Marktes und die „schwarzen Schafe“ in Bezug auf die Einhaltung der Maschinenlaufzeitenbeschränkung.

Heino Hämmerle

Fritz Scheffknecht war viele Jahrzehnte lang als Exportierender Sticker tätig und erzählt von den langen Arbeitszeiten und den daraus resultierenden guten Verdienstmöglichkeiten in der Sickereibranche.

Fritz Scheffknecht

Wilma und Arthur Bösch (langjähriger Stickerei-Innungsmeister) erzählen über das Zusammenleben mit einem in ihrem Stickereibetrieb angestellten Gastarbeiter aus der Türkei, der in ihrem Haus in einem Nebenraum der Stickerei gewohnt hat.

Wilma und Arthur Bösch

Saliye Sentürk kam als Gastarbeiterin nach Lustenau und berichtet darüber, wie sie und ihr Ehemann zuerst in Lustenau und dann auch in der Türkei einen Stickereibetrieb aufgebaut haben. 

Saline Sentürk

Karl Hagspiel war zur Zeit des „Afrikabooms“ als Stickereiverkäufer in Nigeria tätig, war dort aufgrund von illegalen Devisengeschäften rund ein Jahr lang inhaftiert und spricht hier über seine Verhaftung.  

Karl Hagspiel

 

Zur Verfügung gestellt vom Historischen Archiv der Marktgemeinde Lustenau.
Symbolbild zum Beitrag: unsplash / Nik Macmillan