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Grundlagenforschung zur Stickereigeschichte

Das Kernthema „Stickerei“ kann als gesellschaftliche Querschnittsmaterie verstanden werden. Entlang dieser Thematik lassen sich Sozialgeschichte, Migrationsgeschichte, Siedlungsgeschichte, politische Geschichte und weitere spannende Themenfelder der Ortsgeschichte dokumentieren.

Um die bereits bestehenden dokumentarischen Unterlagen zur Stickerei in Form von Text‑, Bild- und Audioformaten zu erfassen und zu sichern, legt das S‑MAK einen Fokus auf Grundlagenforschung. Viele Grundlagen sind dazu bereits erfasst, der Prozess ist jedoch ein fortlaufender.

Den Ausgangspunkt bilden dabei die Quellen selbst: Originaldokumente, Zeitzeugenberichte, Fotografien, Musterbücher und weitere Primärquellen, die in ihrer Gesamtheit ein vielschichtiges Bild der Stickereiwirtschaft und ihrer gesellschaftlichen Verflechtungen ergeben. Ihre Sicherung und systematische Erschließung ist Voraussetzung dafür, dass dieses Wissen nicht verloren geht und künftigen Forschungen zugänglich bleibt. Die gewonnenen Erkenntnisse stehen bereits für wissenschaftliche und kulturhistorische Forschungen zur Verfügung, sind jedoch derzeit noch nicht öffentlich einsehbar.

Das S‑MAK versteht diesen Prozess als Weg, einen Ort des Erinnerns – ein kollektives Gedächtnis – und zugleich einen Ort produktiver Dynamik zu schaffen: eine ausgleichende und sinnstiftende Brücke zwischen dem kulturellen Erbe einerseits, der spannungsreichen Gegenwart und Zukunft andererseits – ein Ort der Begegnung und des Austauschs.

Unser Wunsch ist es, als Anlaufstelle für Fragen zur Kultur, Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft und Architektur der Stickereiproduktion ein umfangreiches Archiv aufzubauen, in dem Interessierte Antworten auf ihre Fragen finden. Die Basis dafür ist diese sorgfältige Grundlagenforschung, die bestehende Lücken schließen und über einen analytischen, neutralen und unvoreingenommenen Blick Zusammenhänge erkennbar machen soll. Sie schafft Sicherheit, Orientierung und Akzeptanz – und dient als Grundlage für Ausstellungen, Vorträge, die Vermittlungsarbeit usw.

Beitragsbild: Miro Kuzmanovic