Mode ist nie nur Kleidung. Sie ist Haltung, Widerspruch, Bekenntnis – und manchmal das präziseste Dokument einer Zeit. Ab Herbst 2025 zeigt das S‑MAK in Kooperation mit der Kinothek Lustenau vier Dokumentarfilme, die Mode als kulturelles Phänomen befragen: als künstlerischen Ausdruck, als gesellschaftliche Geste, als Ort von Identität und Transformation.
Die Reihe versammelt vier Porträts, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch eine gemeinsame Frage stellen: Was entsteht, wenn ein Mensch aus Stoff, Schnitt und Geste eine eigene Sprache entwickelt? Alexander McQueen, dessen Kollektionen zwischen Schmerz und Schönheit oszillierten. Dries Van Noten, der in ruhiger Beharrlichkeit ein Werk schuf, das sich jeder Trendlogik entzieht. Vivienne Westwood, Unbeugsame des britischen Punk, die Mode konsequent als politisches Werkzeug verstand. Martin Margiela, dessen Dekonstruktionen den Blick auf das Kleidungsstück selbst richteten – auf Naht, Ursprung, Vergänglichkeit.
Für das S‑MAK – ein Haus, das die Geschichte der industriellen Stickerei und ihrer globalen Verflechtungen erforscht – liegt der Bezug auf der Hand: Mode ist auch hier kein fremdes Terrain, sondern Teil eines größeren Gewebes aus Produktion, Ästhetik und Bedeutung. Die Filmreihe erweitert diesen Blick, öffnet ihn für Fragen nach Zeitgeist und Autor:innenschaft, nach Handwerk und Haltung.
Die Vorführungen finden jeden zweiten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im S‑MAK statt, in Kooperation mit der Kinothek Lustenau.
Termine:
Donnerstag, 8. Oktober: Alexander McQueen
Donnerstag, 12. November: Dries
Donnerstag, 10. Dezember: Westwood – Punk, Ikone, Aktivistin
Donnerstag, 14. Januar 2027: Martin Margiela
Beitragsbild: Filmplakat „Dries“