
Was passiert, wenn ein Kleidungsstück mehr erlebt hat als alle, die es je getragen haben? Wenn ein Stoff fünfzig Jahre in Seidenpapier gehüllt auf einem Schrank liegt, weil seine Besitzerin weiß: seine Zeit wird kommen?
Am 17. November laden wir im S‑MAK zur Vernissage mit den Bildern der Fotografin Johanna Link ein. Sie stammen aus dem Buchprojekt AMARAN, das Link gemeinsam mit der Designerin Sinah Schlemmer umgesetzt hat. Für dieses Buch sind die beiden quer durch Deutschland gereist und haben Menschen aufgesucht, die ihnen Kleidungsstücke mit Geschichten anvertraut haben: die Faschingsstoffe einer Familie, die Krawatten eines Vaters, den Stoff einer Person, die Jahrzehnte in einer Kleiderfabrik arbeitete – und irgendwann Bühnenkostüm für eine Münchner Schauspielerin wurde.
Die Fotografien erzählen diese Objektbiografien in Bildern. Sie öffnen den Blick auf das, was zwischen Stoff und Erinnerung entsteht, und führen in Entstehungsprozess und Werkstatt ein.
Für Lustenau ist dieser Blick auf Textilien und ihre Geschichten kein fremder: Wo Stoff über Generationen und Kontinente hinweg Bedeutung trägt, findet AMARAN einen doppelten Resonanzraum. Ein Abend darüber, warum wir Kleidung aufbewahren, weitergeben – und ihr manchmal ein zweites Leben schenken sollten, statt sie zu entsorgen.
Für Getränke und Snacks ist gesorgt – wir freuen uns auf einen gemütlichen Abend bei freiem Eintritt.
AMARAN – Lebenstexturen
Vernissage mit Bildpräsentation
Dienstag, 17. November 2026 um 19 Uhr im S‑MAK
Eintritt frei
Kneippstraße 6a, 6890 Lustenau
Beitragsbild: Schlemmer & Link AMARAN-Lebenstexturen