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Ausstellung

Wichtiger Hinweis: Aufgrund der derzeitigen Situation beteiligen wir uns an den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus und schließen die Ausstellung bis auf weiteres.

 

Eine kurze Geschichte der Vorarlberger Maschinen­stickerei 
in fünf Kapiteln

In einer kleinen Dauerausstellung präsentiert der Verein einen Einblick in die Entwicklung der Stickmaschinen. Mittels Objekten und Filmmaterial werden so jene Zusammenhänge erkennbar, welche die Stickereien aus Lustenau so erfolgreich gemacht haben.

Geöffnet ab 12. März 2020, jeweils Donnerstag und Freitag von 14 – 18 Uhr, Zugang über die angrenzenden Räumlichkeiten des Druckwerks. 

Führungen und Vermittlungsangebote auf Anfrage unter info@s‑mak.at

Die Ausstellung ist nicht beaufsichtigt und leitet den Besucher über ein grafisches Orientierungssystem eigenständig von einem Objekt zum nächsten. Es liegt zudem eine „Kinder-Entdeckungsreise“ auf, die kleine BesucherInnen zum spielerischen Entdecken der Ausstellung einlädt. 

Hinweis: Die Ausstellungsräume sind nicht renoviert. Sie werden derzeit noch ohne große Adaptionen genutzt, um in einem länger angelegten experimentellen Prozess zu einem tragfähigen Nutzungskonzept zu finden. Dieses Konzept soll die Erfahrungswerte aus der vorab durchlaufenen Phase festhalten und jene architektonischen Maßnahmen festlegen, die zu einer 
optimalen räumlichen Nutzung notwendig sind.

Ausstellungsinhalte

Die Produktion von Stickereien war für mehrere Vorarlberger Gemeinden während der letzten 150 Jahre ein wichtiger und prägender Wirtschaftszweig. Die Ausstellung versucht dies mittels einiger aus­gewählter Objekte zu dokumentieren. 

Durch die fortschreitende technische Entwicklung erfolgte eine ungemeine Steigerung der Pro­duktions­mengen. Die Auswirkungen auf die „Stickergemeinden“ (hauptsächlich Altach, Höchst, Lustenau und Mäder) waren groß: Das starke Wachstum brachte den Menschen Wohlstand, schuf viele Arbeits­plätze, führte aber auch zu einem Mangel an Arbeitskräften, was sowohl vor dem Ersten Weltkrieg als auch in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg eine starke Zuwanderung zur Folge hatte.

Gesetzliche Schutzmaßnahmen für die Arbeiter griffen in der Stickereiwirtschaft nicht wirklich, da die meisten Sticker selbstständig waren. Oft musste die ganze Familie mitarbeiten. Kinderarbeit war lange Zeit an der Tagesordnung und nur über sehr lange Arbeitszeiten konnten gute Verdienste erzielt werden.

Die Branche war und ist von einer besonderen Klein­teiligkeit und dem zwischen Fabrikanten und Lohnstickern etablierten „Verlagswesen“ geprägt. Riesige Fabriken, wie sie etwa in der Schweiz und Sachsen üblich waren, entstanden kaum. Die sich über etliche Jahrzehnte hinziehende Emanzipation von den Schweizer Verlegern und die daraus resultierende Selbstvermarktung der hier produzierten Stickereien spielt in der Geschichte der Vorarlberger Stickereiwirtschaft ebenso eine wichtige Rolle wie Kooperationen mit, aber auch Konkurrenzsituationen zu unseren Schweizer Nachbarn.