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„Stoff – Ein Spitzengeschäft“

Am 14. März 2026 feiert der Film „Stoff – Ein Spitzengeschäft“ im Rahmen des Human Vision Festival am Spielboden seine Vorarlberg-Première. 

Seit 30. Jänner 2026 ist österreichweit der Film „Stoff – Ein Spitzengeschäft“ in den Kinos zu sehen. Die Regisseurinnen Katharina Weingartner, Anette Baldauf, Joana Adesuwa Reiterer und Chioma Onyenwe analysieren darin die Textil- und Stickereiproduktion als historisch gewachsenes System von Arbeit, Geschlecht und Kapital. Der Film rückt dabei Ausbeutungsverhältnisse und globale Abhängigkeiten in den Fokus und versteht Textilproduktion auch als Ausdruck struktureller Macht.

Schauplätze des Films sind Vorarlberg und Nigeria; gedreht wurde unter anderem auch im S‑MAK. Die Dreharbeiten fanden 2023 statt, als sich das Stickereimuseum noch im Auf- und Umbau befand. Gemäß unserem Ziel, eine kritische, offene und kontinuierlich erweiterbare Neupräsentation der Stickerei in ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu entwickeln und diese mit der Vorarlberger Industriekultur zu verknüpfen, haben wir unsere Räumlichkeiten unterstützend zur Verfügung gestellt. 

Im S‑MAK wurde u.a. ein Soziodrama realisiert, das im Film dazu dient, komplexen historischen und gegenwärtigen Sachverhalten nachzuspüren. Inhaltlich hatte das S‑MAK keinen Einfluss auf die Produktion.

Am 14. März 2026 feiert der Film nun im Rahmen des Human Vision Festival am Spielboden seine Vorarlberg-Première. Um Teil des Festivals sein zu können, war „Stoff – Ein Spitzengeschäft“ bis zu diesem Termin für reguläre Kinoaufführungen in Vorarlberg gesperrt. In Lustenau zeigt die Kinothek den Film erstmals am 23. März (18 Uhr) sowie am 1. April (20 Uhr), jeweils in Kooperation mit dem S‑MAK.

Der Film spricht viele Themen an. Neben Aspekten, die bereits in Ausstellungen, Publikationen und Zeitzeug:innen-Interviews aufgearbeitet wurden, werden auch neue Thesen formuliert, deren wissenschaftliche Bearbeitung noch aussteht.

Gerade diese Passagen können unserer Ansicht nach neue Fragen aufwerfen und je nach Betroffenheit auch unterschiedliche Emotionen und Reaktionen hervorrufen. Verschiedene Perspektiven und einander möglicherweise auch widersprechende Sichtweisen zusammenzuführen, etwaige Gräben zu überbrücken und möglichst viele Beteiligte in einen konstruktiven Dialog rund um die Stickerei einzubinden, könnte in Folge zur Herausforderung werden. 

In diesem Sinne werden wir am 23. März im Anschluss an die Vorführung in der Lustenauer Kinothek ein Gespräch mit Daniela Fetz-Mages (S‑MAK), Oliver Heinzle (Historisches Archiv Lustenau) und Gerhard Siegl (Wirtschaftsarchiv Vorarlberg) eröffnen. Gemeinsam werden ausgewählte Aspekte des Films aus der Perspektive der jeweiligen Institutionen eingeordnet und diskutiert. 

Den Film „Stoff – Ein Spitzengeschäft“ verstehen wir nicht als abschließende Deutung, sondern als Einladung zum Hinschauen, zum Fragenstellen und zum gemeinsamen Weiterdenken. An neuen wie auch an schon bestehenden Erkenntnissen zu arbeiten, unsere Geschichte, Gegenwart und Verantwortung zu verstehen und nicht getrennt voneinander zu betrachten, das sehen wir im S‑MAK mit als unseren Auftrag. Der Film „Stoff – Ein Spitzengeschäft“ kann dazu Impulse leisten. 

Mehr Informationen zur Première am Spielboden: Human Vision Festival
Zu den Vorführungen in Lustenau: Kinothek

Titelbild: © Stadtkino Filmverleih