Ein Leitfaden: von der Konstituierung über die Profilierung bis zur Definition eines Selbstbildes.

 

Entstanden ist das S-MAK aus der Stagnation. Initiiert von der Marktgemeinde und dem Gemeindearchiv, hat sich im Rahmen eines breiten Beteiligungsprozesses ein Dutzend neugieriger, experimentierfreudiger und kompetenter Menschen gefunden, die eine gemeinsame Vision definiert haben. Nachfolgend ein vorläufiges Geländer der Vision.

 

S-MAK hat Potential

  • Lustenau verfügt über sehr spezifische wirtschafts- sozial- und kulturhistorische Potentiale: Eine gesellschaftlich prägende Geschichte der Stickerei-Industrie, eine wertvolle Kulturgütersammlung, ein bestens funktionierendes Gemeindearchiv, zahlreiche personelle Wissens- und Erinnerungsträger – und neuerdings auch das S-MAK.
  • Mit den eben genannten Ressourcen kann der Verein S-MAK im Vorarlberg eine Vorreiterrolle wahrnehmen, will sich als Kompetenzzentrum in Sachen Stickerei-Geschichte und Textilkunst profilieren und damit ein singulärer Ort mit ausgeprägten Alleinstellungsmerkmalen werden.
  • Allein die außerordentliche historische Relevanz und damit zusammen hängend der Identität stiftende Faktor der Thematik setzt überzeugende Maßstäbe. Langfristig mag die Schaffung eines Museums eine von mehreren Zielsetzungen sein, gegenwärtig sieht sich das S-MAK jedoch eher als „Experimentierlabor auf Dauer.“

 

S-MAK ist dynamisch

  • Vielfältige Beteiligungsformen sollten imstande sein, diese Initiative als Ort des Austauschs, des Erinnerns und der Standortbestimmung im Bewusstsein einer stetig wachsenden Community zu verankern. Das S-MAK soll sich als Ort der Begegnung und als kulturelle Drehscheibe in der Gemeinde und darüber hinaus etablieren.
  • Das S-MAK kann sich als Ort des permanenten Verhandelns relevanter Entwicklungen positionieren: im Hinblick auf immer wieder neu zu definierende Formen der Auseinandersetzung mit der eigenen (Stickerei-) Geschichte und Gegenwart, und im Hinblick auf gestalterische bzw. künstlerische Positionen rund um „das Sticken“.
  • Perspektivische Konsequenz aus diesem Selbstverständnis: Junge und erwachsene Menschen erleben dieses Haus der Stickerei nicht nur als Wissensort. Vielmehr sind alle Gemeindebürgerinnen (und weit darüber hinaus) eingeladen, sich einzumischen, zu positionieren, zu artikulieren. „Heimat ist dort, wo ich mich aufrege“, hat der Schweizer Kurator Beat Gugger einmal gesagt – und damit das Selbstverständnis des S-MAK intuitiv umschrieben.

 

S-MAK ist kontaktfreudig

  • Das S-MAK will sein Kernthema als gesellschaftliche Querschnittsmaterie verstehen. Stickerei- Industrie wird demnach als gesellschaftliches Beziehungsgefüge mit wirtschaftlichen und technischen, sozialen, kulturellen und künstlerischen Faktoren dargestellt und vermittelt.
  • Dabei konnte das S-MAK seine örtliche und regionale Verankerung bereits in der Konzeptphase absichern. Netzwerke, Partnerschaften und Kooperationsmodelle mit themennahen Einrichtungen im Ort, in Vorarlberg und der benachbarten Schweiz sollten zunehmend Synergien ermöglichen.
  • Der Standort in der Hofsteigstraße ist prädestiniert als Aktionsraum für das S-MAK. Hier gewährt der Werkstattcharakter für „Probeläufe“ von Ausstellungen und Veranstaltungen, aber auch für ein offenes Experimentieren den idealen Rahmen.
  • Eine nachdenkliche „Langsamkeit“ (aber auch Gründlichkeit) der Entwicklungen ist hier möglich – es ist der ideale Ort für eine Versuchsanordnung, gewissermaßen im „Versuchslabor“.
  • Die partnerschaftliche Nachbarschaft zum Druckwerk, aber auch zum Radiomuseum ermöglicht zahlreichen Gemeinsamkeiten und Syn­ergien.
  • Und nicht zuletzt gewährleistet ein versierter, engagierter und kooperativer Vermieter die Umsetzung der vielfältigen Ideen, Versuche und Pläne.

 

S-MAK hat Zukunft

Inzwischen ist es Gewissheit geworden: Die Konstituierung eines dauerhaften und zunehmend eingespielten Teams von Akteuren hat sich längst bewährt. In diesem Labor gesammelte Erfahrungen bilden nun nach und nach eine immer breitere Entscheidungsgrundlage für eine langfristige Programmierung und ein definitives Leitbild. Der Prozess bietet auch der Gemeinde praxisnahe, kostensparende und um­fassende Orientierungs- und Entscheidungshilfen im Hinblick auf ein langfristiges Selbstverständnis des S-MAK. Lustenau hat mit dem S-MAK ein Projekt bekommen, dessen prozessorientierte Ge­nese durchaus überregionalen Vorbildcharakter beanspruchen darf, dessen experimenteller Charakter dauerhafte Dynamik verspricht, und dessen kommunikative Ausrichtung eine bürgernahe Teilhabe gewährleistet.